Verarbeitung

Die Entdeckung, dass Gips als Baustoff dienen kann, geschah vermutlich rein zufällig schon vor einigen Tausend Jahren. Wahrscheinlich wurden Gipssteine beim Bau eines Lagerfeuers oder einer Kochstelle verwendet. Das Feuer brannte den Gipsstein, entwässerte ihn, der Stein wurde mürbe und zerfiel.
Durch Regen entstand daraus ein Brei, der wieder zu einer festen Masse erstarrte. Diese einfache Erkenntnis bildet die Grundlage des heutigen hochtechnisierten Prozesses der Gipsproduktion, dem sogenannten "Gipsbrennen".
Bei Gips handelt es sich chemisch betrachtet um Calciumsulfat, das entweder kristallwasserhaltig oder kristallwasserfrei als Anhydrit vorkommt.
Beim Brennen bzw. auch Kalzinieren des Gipssteins wird in großtechnischen Verfahren bei 130°-165°C ein Teil des Kristall-Wassers entzogen (ca. 15 % des Gewichts).
Für das großtechnische Brennen des Gipssteins existieren verschiedene Verfahren mit verschiedenen Brennaggregaten; Drehrohröfen, Kocher, Mahlbrennanlagen, und Rostbandöfen. Die Vermahlung auf Endfeinheit kann vor oder auch nach dem Brennvorgang erfolgen